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Die Mosel

Foto: Conny Endries

Die Mosel (franz. ›Moselle‹, luxemb. ›Musel‹) ist der größte deutsche Nebenfluss des Rheins. Ihren Namen hat die Mosel von den Kelten bekommen, die in der Region ab 500 v.Chr. erste Siedlungen errichteten. Sie nannten den Fluss ›Mosea‹. Der wichtigste Stamm der Kelten waren die ›Treverer‹.

Erstmals wurde die Mosel von Tacitus (* um 58 n. Chr.; † um 120)  in seinem Werk »Germania«, welches er im Jahr 98 n. chr. geschrieben hat  erwähnt. Dort werden im Kapitel 27 bis 29 die Treverer beschrieben. Später wurde die Mosel von Tacitus im Buch 13 der ›Annalen‹ und im Buch 4 der ›Historien‹ erwähnt. Die ›Historien‹ und die ›Annalen‹ sind die beiden ersten großen Geschichtswerke des Tacitus. Die Historen wurden 110 n. Chr. veröffentlicht, die Annales entstanden ab 112 n. Chr.

Der römische Dichter Decimius Magnus Ausonius (* um 310 in Burdigala [Bordeaux]; † 393 oder 394) setzte der Mosel bereits im 4. Jahrhundert ein literarisches Denkmal. In seinem 371 entstandenen Gedicht ›Mosella‹ beschreibt der spätantike Dichter und Lehrer am Trierer Kaiserhof eine Reise von Bingen über den Hunsrück an die Mosel und deren Verlauf folgend, nach Trier

Die Mosel fließt durch Frankreich, Luxemburg und die deutschen Bundesländer Saarland und Rheinland-Pfalz. Als typisch für die Mosel gilt besonders die Tallandschaft entlang ihres stark gewundenen Unterlaufs, die von Weinbau an teils steilen Hängen geprägt ist.

Der Fluss wurde von den Moselanliegerstaaten ab 1958 bis Neuves-Maisons kanalisiert und damit zur Großschifffahrtsstraße ausgebaut. Die Mosel gehört von der deutsch-französischen Grenze bis zur Mündung zur Wasserstraßenklasse Vb. Eine Besonderheit ist hier erwähenswert: Die Kilometrierung beginnt nicht wie üblich an der Quelle und geht bis zur Mündung, sondern umgekehrt. Die Kilometrierung der Mosel beginnt also mit dem Kilometer 0 an der Mündung am Deutschen Eck in Koblenz und zählt dann moselaufwärts. 

Nach dem Zweiten Weltkrieg drängte Frankreich darauf, die Mosel mit größeren Schiffen befahren zu können, um die lothringischen Industriegebiete anbinden zu können. Als sich dann 1955 die Bevölkerung an der Saar für die Bundesrepublik Deutschland entschieden hatte, forderte Frankreich als Entschädigung den Ausbau der Mosel. Es vereinbarte im Moselvertrag vom 27. Oktober 1956 mit der Bundesrepublik Deutschland und Luxemburg die Moselkanalisierung. Sie ist nach dem Rhein die zweitwichtigste Schifffahrtsstraße Deutschlands und zählt zu den am meisten befahrenen Wasserstraßen in Europa.

Die Bewohner an der Mosel nennt man ›Moselaner‹.

        

Geografie

Quelle der Mosel am Col de Bussang

Die Mosel entspringt nahe dem Col de Bussang in den südlichen Vogesen auf 715 Meter Höhe und mündet nach 544 Kilometern am Deutschen Eck (59 m ü. NN) in Koblenz von Westen in den Rhein. 

Der mittlere Abfluss an der Mündung beträgt 328 m³/s, womit die Mosel nach dem Schweizer Fluss Aare (560 m³/s) und vor Main und Neckar der zweitgrößte Nebenfluss des Rheins ist.

     

Flussabschnitte

Der Moselabschnitt vom deutsch-französisch-luxemburgischen Dreiländereck bei Perl bis zur Einmündung der Saar bei Konz kurz vor Trier wird in Deutschland (geographisch unkorrekt) als ›Obermosel‹ bezeichnet. Die Talhänge der Obermosel (auch »Burgundermosel« genannt) gehört mit überwiegend Muschelkalkböden geologisch zum sogenannten »Pariser Becken«.

Der Bereich von Trier bis Pünderich wird Mittelmosel, der Abschnitt zwischen Pünderich und der Mündung in Koblenz Untermosel oder auch Terrassenmosel genannt.

Koblenz, Deutsches Eck, Bundesarchiv B 145 Bild-F011327-0025


Charakteristisch für Mittel- und Untermosel sind die tief in die Hochflächen des Rheinischen Schiefergebirges eingeschnittenen Talmäander, deren markantester der Cochemer Krampen zwischen Bremm und Cochem ist. Ebenso prägend sind die Weinbergterrassen links und rechts der Mosel sowie die Steillagen wie zum Beispiel der Calmont zwischen Bremm und Ediger-Eller im Landkreis Cochem-Zell.


Landesgrenzen

Ab dem Dreiländereck (D/F/L) bei Perl und Schengen markiert die Mosel die gesamte saarländisch-luxemburgische Grenze, welche ein Kondominium (von lateinisch con-dominium, also →gemeinsame Herrschaft) ist: Die deutsche Grenze ist das luxemburgische Ufer und die luxemburgische Grenze ist das deutsche Moselufer. Die gleiche Regelung gilt auch für die rheinland-pfälzische Moselgrenze, sowie die Flussgrenzen zwischen Luxemburg und Deutschland entlang der Sauer und der Our. Die auf dem Wiener Kongress 1815 getroffene Regelung wurde im Jahr 1984 in einem Grenzvertrag bestätigt.

        

Angrenzende Mittelgebirge

Von Trier an abwärts trennt die Mosel die beiden Mittelgebirge Eifel (nord-westlich) und Hunsrück (südöstlich).

     

Wichtige Orte

in Frankreich: Remiremont, Épinal, Toul, Pont-à-Mousson, Metz, Thionville, Cattenom

Blick von der Marienburg, Foto: Conny Endries

in Luxemburg: Schengen, Remich, Grevenmacher, Wasserbillig

in Deutschland: Perl, Nennig, Wasserliesch,  Konz, Trier, Schweich, Neumagen-Dhron, Bernkastel-Kues, Kröv, Traben-Trarbach, Zell, Alf, Ediger-Eller, Beilstein, Cochem, Kobern-Gondorf, Winningen, Koblenz.

       

Nebenflüsse

Die drei größten Nebenflüsse der Mosel sind nacheinander Meurthe, Saar und Sauer.

Die Meurthe war der alte Oberlauf der Mosel, bis diese den einstigen Oberlauf der Maas angezapft und übernommen hatte. Die Maas führt am Zusammenfluss aber nur wenig mehr Wasser als die Meurthe.

Die Saar ist von allen Zuflüssen sowohl der wasserreichste (78,2 m³/s) als auch der längste (246 km).

Die Sauer ist größter linker Nebenfluss und entwässert das Gebiet beiderseits der deutsch-luxemburgischen Grenze.

Der am Mündungspunkt relativ zur Mosel größte Nebenfluss ist die Moselotte, ein Fluss in Frankreich, der im Département Vosges in der Region Grand Est. Mit einer Wasserführung von 13,7 m³/s an der Mündung ist sie an dieser Stelle etwa 40 % wasserreicher als die Mosel (9,3 m³/s) und ist damit den Hauptstrang des Mosel-Systems.

An ihrer eigenen Mündung führt die Mosel nach 544 km Lauf 328 m³/s dem Rhein zu.

 

Quelle: de.wikipedia.org

     

Abb.: TomGonzales, CC BY-SA 2.0


Quellen: de.wikipedia.org; planet-wissen.de